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Freies soziales Jahr: Der Taschengeld-Guide zum FSJ-Verdienst

Gleich mal das Wichtigste vorweg: Im Freiwilligen Sozialen Jahr bekommst du kein klassisches Gehalt oder einen Lohn, wie du es vielleicht aus einem normalen Job kennst. Stattdessen erhältst du ein monatliches Taschengeld. In der Regel bewegt sich das zwischen 350 und 450 Euro. Oft kommen aber noch wertvolle Sachleistungen obendrauf – etwa eine Unterkunft, Verpflegung oder ein Fahrticket.

Taschengeld statt Gehalt: die finanzielle Grundlage im FSJ

Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist rechtlich gesehen kein Arbeitsverhältnis. Es ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr, in dem du dich persönlich und beruflich weiterentwickeln kannst. Genau deshalb sprechen wir nicht von einem „Verdienst“, sondern von einer Vergütung, die sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt. Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: Dein Einsatz für die Gemeinschaft soll anerkannt werden und deine grundlegenden Kosten decken, während du unbezahlbare Erfahrungen sammelst.

Ein junger Mann sitzt an einem Tisch und schreibt auf Unterlagen, mit einem Schild 'Taschengeld statt Gehalt' im Hintergrund.

Warum der Begriff „Taschengeld“ so wichtig ist

Das Wort „Taschengeld“ klingt vielleicht erst mal nach wenig, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Es unterstreicht den ideellen Charakter deines Freiwilligendienstes. Im Mittelpunkt stehen dein Engagement und deine Entwicklung, nicht das große Geldverdienen. Diese Unterscheidung hat übrigens auch ganz praktische Vorteile für dich, zum Beispiel bei der Sozialversicherung und den Steuern – aber dazu später mehr.

Deine monatliche Vergütung ist also mehr als nur die Summe, die am Ende auf deinem Konto landet. Sie ist ein Gesamtpaket, das dir während deines Dienstes eine finanzielle Basis geben soll. Wie hoch dieses Paket ausfällt, hängt von verschiedenen Dingen ab:

  • Der Träger deiner Einrichtung: Große Wohlfahrtsverbände haben oft andere finanzielle Möglichkeiten als kleinere, lokale Vereine.
  • Das Bundesland: Die Lebenshaltungskosten sind nicht überall gleich, was sich auch auf die Vergütung auswirken kann.
  • Deine konkrete Einsatzstelle: Manche Einrichtungen können dir vielleicht sogar eine kostenlose Unterkunft im Personalwohnheim oder Ähnliches anbieten.

Ein ehrlicher Blick auf die aktuellen Herausforderungen

Leider steht die finanzielle Ausstattung der Freiwilligendienste gerade vor großen Hürden. Geplante Haushaltskürzungen der Bundesregierung könnten spürbare Folgen haben – sowohl für die Anzahl der verfügbaren FSJ-Plätze als auch für die finanzielle Unterstützung der Freiwilligen. Für 2024/2025 sind bereits Kürzungen von 7,5 Prozent angekündigt. Im Folgejahr könnten die Mittel sogar um bis zu 35 Prozent unter dem Niveau von 2023/2024 liegen. Wenn du mehr über die Hintergründe erfahren möchtest, findest du Infos bei der Diakonie Deutschland.

Dein Engagement ist unbezahlbar, aber nicht kostenlos. Die Vergütung im FSJ ist eine wichtige Anerkennung, die es dir ermöglichen soll, dich voll auf deine wertvolle Arbeit und deine persönliche Entwicklung zu konzentrieren.

Um dir einen klaren Überblick zu verschaffen, was du finanziell erwarten kannst, haben wir die typischen Bausteine deiner monatlichen Leistungen mal in einer Tabelle für dich zusammengefasst.

Bestandteile deiner monatlichen FSJ-Leistungen

Diese Tabelle zeigt die typischen finanziellen und sachlichen Leistungen, die du während deines FSJ erwarten kannst.

LeistungsartWas das bedeutetTypischer monatlicher Wert
TaschengeldDer feste Geldbetrag, der dir monatlich zur freien Verfügung steht.350 € – 450 €
Zuschuss für UnterkunftFalls keine Unterkunft gestellt wird, erhältst du eine Geldleistung für Miete.bis zu 350 €
Zuschuss für VerpflegungEin finanzieller Ausgleich, wenn du keine kostenlosen Mahlzeiten erhältst.bis zu 250 €
SozialversicherungsbeiträgeDein Träger übernimmt die vollen Beiträge für Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.ca. 400 €
FahrtkostenerstattungOft wird ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr gestellt oder die Kosten erstattet.Variabel

Wie du siehst, ist das Gesamtpaket oft deutlich mehr wert als das reine Taschengeld. Vor allem die komplette Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge ist ein riesiger Vorteil, der dir eine Menge Geld spart.

Wie sich dein Gehalt im FSJ zusammensetzt

Wenn du über die Vergütung im Freiwilligen Sozialen Jahr nachdenkst, stell sie dir am besten wie ein Paket vor, das aus mehreren Teilen besteht. Es geht um viel mehr als nur die Summe, die am Monatsende auf deinem Konto landet. Um wirklich zu verstehen, was ein FSJ-Angebot wert ist, musst du alle Bausteine zusammenzählen.

Schauen wir uns diese Teile mal Schritt für Schritt an. So weißt du genau, was dir zusteht und wie du verschiedene Angebote fair miteinander vergleichen kannst. Denn der Verdienst während deines freien sozialen Jahres besteht nicht nur aus dem reinen Taschengeld.

Das Herzstück: dein Taschengeld

Der bekannteste Teil deines Lohns ist natürlich das monatliche Taschengeld. Das ist für dich zur freien Verfügung – also für alles, was du dir privat leisten möchtest, von Freizeit über neue Klamotten bis zum Handyvertrag.

Wie hoch dieses Taschengeld ausfällt, legt jeder Träger selbst fest, daher gibt es hier Unterschiede. Meistens bewegt es sich so zwischen 350 und 450 Euro pro Monat. Eine gesetzliche Obergrenze gibt es aber: Das Taschengeld darf 6 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht überschreiten.

Diese Regelung soll sicherstellen, dass das FSJ ein Freiwilligendienst bleibt und nicht mit einem normalen Job verwechselt wird. Der ideelle Gedanke steht im Vordergrund.

Wichtiger als man denkt: Sachleistungen

Regelmäßig sind es die Sachleistungen, die ein FSJ-Angebot erst so richtig attraktiv machen. Das sind handfeste Hilfen, mit denen du jeden Monat eine Menge Geld sparst.

Die wichtigsten sind:

  • Unterkunft: Gerade Krankenhäuser oder größere soziale Einrichtungen bieten oft Zimmer in Personalwohnheimen an. Das erspart dir die oft nervige und teure Wohnungssuche.
  • Verpflegung: In vielen Einsatzstellen kannst du kostenlos oder preiswert in der Kantine mitessen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit, die du sonst fürs Kochen aufwenden müsstest.

Sollte deine Einsatzstelle dir das nicht anbieten können, hast du aber keinen Nachteil. In so einem Fall muss sie dir einen finanziellen Ausgleich zahlen. Du bekommst also extra Geld, um deine Miete oder dein Essen selbst zu bezahlen.

Merk dir: Ein Angebot mit kostenloser Unterkunft und Verpflegung ist oft mehr wert als eines mit einem etwas höheren Taschengeld, bei dem du dich aber um alles selbst kümmern musst.

Ein konkretes Beispiel, damit es klarer wird.

Stell dir vor, du hast zwei Angebote für dein FSJ auf dem Tisch liegen:

  • Angebot A: 450 € Taschengeld im Monat. Du musst dich aber selbst um Wohnung und Essen kümmern.
  • Angebot B: 350 € Taschengeld im Monat. Dafür bekommst du aber ein kostenloses Zimmer und kannst in der Kantine essen.

Zunächst betrachtet sieht Angebot A nach mehr Geld aus. In Wahrheit ist Angebot B aber wahrscheinlich die deutlich bessere Wahl. Die Kosten für ein WG-Zimmer und Lebensmittel können schnell mal 400 € bis 500 € betragen – da wäre das höhere Taschengeld sofort wieder weg.

Fahrtkosten und was es sonst noch gibt

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Fahrtkosten. Hier gibt es ganz unterschiedliche Regelungen, die vom Träger und der Einsatzstelle abhängen. Viele erstatten dir die Kosten für den Weg zur Arbeit oder geben dir direkt ein Monatsticket für Bus und Bahn.

Frag im Bewerbungsgespräch unbedingt gezielt nach, wie das mit den Fahrtkosten geregelt ist. Das ist ein Posten, der oft vergessen wird, aber finanziell echt ins Gewicht fallen kann. Manchmal gibt es auch Zuschüsse für Arbeitskleidung, falls du für deine Arbeit spezielle Sachen brauchst. Es lohnt sich, all diese Dinge zu erfragen, um ein komplettes Bild vom freien sozialen Jahr und dessen Verdienst zu bekommen.

Dein Schutznetz: Sozialversicherung und Steuervorteile im FSJ

Wenn du dir das Taschengeld im Freiwilligen Sozialen Jahr anschaust, siehst du erst mal nur eine Zahl auf dem Papier. Doch der eigentliche finanzielle Wert deines Einsatzes ist viel, viel höher. Ein riesiger Vorteil, der oft übersehen wird, ist der lückenlose Schutz durch das deutsche Sozialsystem – und das Beste daran: Du zahlst dafür keinen einzigen Cent.

Man kann sich die Sozialversicherung wie ein riesiges Sicherheitsnetz vorstellen. Normalerweise zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam in dieses Netz ein. Während deines FSJ hast du aber einen besonderen Status, der dich rechtlich einem Azubi gleichstellt. Für dich heißt das ganz konkret: Du bist voll versichert, aber dein Träger stemmt die kompletten Beiträge für dich.

Hände stecken rote Karte in Sparschwein neben Laptop und Smartphone. Text: Sozialversichert & Steuerfrei.

Dein komplettes Versicherungspaket – bezahlt vom Träger

Dein Träger zahlt für dich in alle vier wichtigen Bereiche der Sozialversicherung ein. Das sind deine handfesten Vorteile:

  • Krankenversicherung: Ob Arztbesuch oder Notaufnahme im Krankenhaus – du bist komplett krankenversichert, und die Kosten sind gedeckt. Die Familienversicherung über deine Eltern brauchst du in dieser Zeit also nicht.
  • Pflegeversicherung: Diese Versicherung springt ein, falls du selbst einmal pflegebedürftig werden solltest. Ein wichtiger Baustein für die Absicherung.
  • Rentenversicherung: Klingt vielleicht noch weit weg, aber dein FSJ zählt als vollwertige Beitragszeit für deine spätere Rente. Ein früher Start, der sich später auszahlt.
  • Arbeitslosenversicherung: Mit deinem Dienst erwirbst du einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Eine gute Sicherheit, falls du nach dem FSJ nicht sofort einen Studien- oder Arbeitsplatz findest.

Der Wert dieser Beiträge, die der Träger für dich übernimmt, kann sich schnell auf rund 400 Euro pro Monat summieren. Dieses Geld siehst du zwar nicht auf deinem Konto, aber du sparst es jeden Monat. Dein finanzielles Gesamtpaket ist also deutlich praller, als es zunächst aussieht.

Steuern? Nicht für dich!

Auch beim Thema Steuern gibt es gute Nachrichten. Dein Taschengeld und die Sachleistungen, die du bekommst, bleiben in der Regel komplett steuerfrei.

Der Grund dafür ist der sogenannte Grundfreibetrag. Das ist der Betrag, bis zu dem jeder in Deutschland verdienen darf, ohne Steuern zahlen zu müssen. Für das Jahr 2024 liegt dieser Freibetrag bei 11.604 Euro.

Dein Einkommen aus dem FSJ wird diese Summe bei Weitem nicht erreichen. Ein kurzes Rechenbeispiel: Bei einem Taschengeld von 450 Euro im Monat kommst du auf ein Jahreseinkommen von 5.400 Euro. Damit liegst du meilenweit unter dem Freibetrag. Dein Verdienst bleibt also unberührt – brutto ist hier gleich netto.

Ein wichtiger Pluspunkt für deine Familie: das Kindergeld.

Für deine Eltern gibt es ebenfalls eine wichtige finanzielle Entlastung, denn der Anspruch auf Kindergeld läuft während des gesamten Freiwilligen Sozialen Jahres weiter. Einzige Voraussetzung: Du musst unter 25 Jahre alt sein.

Das Kindergeld beträgt aktuell 250 Euro pro Monat. Dieser Betrag wird weiterhin an deine Eltern ausgezahlt und stützt so die Familienkasse. Es ist auch eine Anerkennung dafür, dass du dich in einem wichtigen Bildungs- und Orientierungsjahr befindest. Weil steuerliche Themen für Familien manchmal ziemlich knifflig sein können, lohnt sich oft ein Blick auf allgemeine Steuertipps für Alleinerziehende und Paare, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Man sieht also: Der wahre Wert deines FSJ geht weit über das reine Taschengeld hinaus. Der volle Sozialversicherungsschutz, die Steuerfreiheit und das weiterlaufende Kindergeld schaffen ein starkes finanzielles Fundament. Das gibt dir Sicherheit und entlastet ganz nebenbei auch noch deine Familie.

Wie dein Wohnort das Taschengeld beeinflusst

Dass der Verdienst des Freiwilligen Sozialen Jahres – also dein monatliches Taschengeld plus etwaige Zusatzleistungen – nicht überall in Deutschland gleich ausfällt, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse bei der Stellensuche. Dein Wohn- oder Einsatzort spielt eine riesige Rolle dabei, wie viel Geld dir am Ende des Monats wirklich bleibt. Stell es dir so vor, als würdest du die Preise für dasselbe Getränk in einer Hamburger Szenebar und in einer Dorfkneipe im Schwarzwald vergleichen. Der Unterschied kann gewaltig sein.

Der Hauptgrund dafür sind natürlich die Lebenshaltungskosten. In Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin schlagen Miete, das Ticket für den Nahverkehr und die Pizza am Abend ganz anders zu Buche als auf dem Land. Viele Träger wissen das und versuchen, ihre Vergütungspakete fair zu gestalten, damit du auch in teureren Pflastern gut über die Runden kommst.

Blick auf eine Dorfstraße mit Häusern, einem Kirchturm und einem roten Banner mit der Aufschrift 'Standort Beeinflusst Taschengeld'.

Großstadt versus Land: der finanzielle Realitätscheck

Machen wir es mal konkret und schauen uns zwei typische Szenarien an. Du hast zwei FSJ-Angebote auf dem Tisch: eines mitten in der Großstadt, das andere in einer beschaulichen ländlichen Gemeinde.

  • In der Großstadt: Der Träger lockt mit einem höheren Taschengeld von vielleicht 450 Euro. Weil eine Unterkunft kaum gestellt werden kann, gibt es obendrauf noch einen Mietzuschuss. Doch die Realität holt dich schnell ein: Ein bezahlbares WG-Zimmer zu finden, ist selbst mit Zuschuss eine echte Herausforderung.
  • Auf dem Land: Hier liegt das Taschengeld vielleicht nur bei 350 Euro. Dafür bietet dir die Einsatzstelle aber ein kostenloses Zimmer im Personalwohnheim und das Essen in der Kantine ist auch noch inklusive.

Obwohl das Taschengeld in der Stadt auf dem Papier deutlich höher ist, kann es gut sein, dass dir auf dem Land am Monatsende spürbar mehr übrig bleibt. Deine größten Kostenblöcke – Miete und Essen – sind dort schon abgedeckt, während sie in der Stadt einen Großteil deines Budgets einfach auffressen.

Dein finanzielles Wohlbefinden im FSJ hängt nicht allein von der Summe ab, die auf deinem Konto landet. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen deinem Einkommen und den unvermeidbaren Ausgaben vor Ort.

Regionaler Fokus: Rottweil und der Schwarzwald-Baar-Kreis

Werfen wir einen Blick vor unsere Haustür. Im Landkreis Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Ballungszentren wie Stuttgart noch moderat. Das schlägt sich auch in den FSJ-Angeboten nieder.

Träger wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Diakonie oder die Caritas sind hier fest verankert und bieten unzählige Stellen in Kliniken, Pflegeheimen, Kindergärten oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung an. Die Vergütung orientiert sich oft an den Tarifen der großen Wohlfahrtsverbände. Ein typisches Paket könnte so aussehen:

  • Ein Taschengeld im Bereich von 380 bis 420 Euro.
  • Regelmäßig gibt es einen Zuschuss zum Regio-Ticket oder die Fahrtkosten werden direkt erstattet.
  • Bei größeren Einrichtungen wie dem Schwarzwald-Baar-Klinikum oder der Helios-Klinik in Rottweil stehen die Chancen auf eine günstige Unterkunft oder vergünstigtes Essen oft nicht schlecht.

Diese Mischung macht ein FSJ in unserer Region finanziell zu einer soliden Sache. Du profitierst von einer guten Infrastruktur, hast aber überschaubare Kosten und damit mehr Geld für deine Freizeit.

Regionaler Vergleich der FSJ-Gesamtleistungen

Um die finanziellen Unterschiede zwischen einer Metropole und einer ländlichen Region wie unserer noch klarer zu machen, hilft ein direkter Vergleich. Die folgende Tabelle vergleicht die potenziellen monatlichen Gesamtleistungen für ein FSJ in einer Metropole mit einer ländlichen Region.

LeistungspostenBeispiel Metropole (z. B. Hamburg)Beispiel ländlicher Raum (z. B. Schwarzwald-Baar-Kreis)
Taschengeldca. 450 €ca. 400 €
UnterkunftSelten gestellt, oft nur Mietzuschuss (z. B. 200 €)Häufiger gestellt (Wert: ca. 350 €) oder Zuschuss
VerpflegungOft als Geldleistung (z. B. 150 €)Oft direkt in der Einrichtung (Wert: ca. 200 €)
FahrtkostenTicket oft teurer, Zuschuss deckt nicht immer allesGünstigeres Ticket, oft komplett übernommen
Verbleibendes BudgetOft geringer nach Abzug von Miete und VerpflegungOft höher, da Hauptkosten gedeckt sind.

Am Ende ist die Wahl des Ortes eine ganz persönliche Entscheidung. Überlege dir, was dir wichtiger ist: das aufregende Leben in der Großstadt mit potenziell höheren Kosten oder die finanzielle Sicherheit und die Nähe zur Natur in einer Region wie dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Deine Entscheidung sollte immer auf dem Gesamtpaket basieren, nicht nur auf der nackten Zahl des Taschengeldes.

FSJ, BFD oder Ausland? Ein Blick auf die finanziellen Unterschiede

Wer sich sozial engagieren will, steht oft vor der Wahl: Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder doch der große Sprung ins Ausland? Die Aufgaben mögen sich ähneln, aber beim Geld gibt es teils erhebliche Unterschiede. Die solltest du kennen, bevor du dich entscheidest.

Der FSJ-Verdienst ist für viele natürlich ein zentraler Punkt bei der Planung. Aber wie schneidet er im direkten Vergleich ab? Lass uns die Optionen mal nebeneinanderlegen. So bekommst du ein klares Gefühl dafür, welches Modell am besten zu deiner persönlichen und finanziellen Situation passt.

FSJ versus BFD: der kleine, aber feine Unterschied

Auf den ersten Blick wirken FSJ und BFD wie Zwillinge, besonders wenn es ums Geld geht. In der Praxis wirst du bei der Vergütung kaum einen Unterschied spüren. Beide Dienste finden in Deutschland statt, sind sozialversicherungsrechtlich gleichgestellt und das Taschengeld bewegt sich in einer ähnlichen Spanne von etwa 350 bis 450 Euro im Monat.

Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, etwa für Zuschüsse zu Unterkunft oder Verpflegung, sind praktisch identisch. Die wirklichen Unterschiede liegen eher im Detail:

  • Alter: Das FSJ ist für junge Leute bis 27 Jahre gedacht, der BFD steht allen Altersgruppen offen.
  • Wiederholung: Ein FSJ kannst du nur einmal im Leben machen, einen BFD kannst du theoretisch alle fünf Jahre wiederholen.

Finanziell gesehen ist die Entscheidung zwischen FSJ und BFD also meistens keine Frage des Geldes. Es geht vielmehr darum, welcher rechtliche Rahmen für dich besser passt oder welches Angebot eine Einrichtung wie beispielsweise die Helios-Klinik für neue Pflegekräfte in Rottweil gerade zur Verfügung stellt.

Freiwilligendienst im Ausland: eine andere finanzielle Welt

Ein Freiwilligendienst im Ausland ist ein unvergessliches Abenteuer, das dich persönlich enorm weiterbringen kann. Finanziell spielt er aber in einer ganz anderen Liga als ein FSJ oder BFD in Deutschland. Hier steht nicht die Vergütung im Vordergrund, sondern ein Finanzierungsmodell, das oft eine Menge Eigeninitiative von dir verlangt.

Geförderte Programme wie „weltwärts“ oder der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) decken zwar einen Großteil der Kosten für Flug, Unterkunft, Versicherung und Verpflegung. Ein nennenswertes Taschengeld, das mit dem FSJ-Verdienst vergleichbar wäre, gibt es aber nur selten. Meistens bewegt es sich eher im Bereich von 50 bis 150 Euro pro Monat.

Ein zentraler Baustein vieler Auslandsprogramme ist der Aufbau eines sogenannten Förderkreises. Das bedeutet, du musst aktiv in deinem privaten Umfeld – Familie, Freunde, Vereine – um Spenden werben, um einen Teil der Programmkosten selbst zu tragen.

Dieses Modell erfordert Engagement und Kommunikationsgeschick schon lange vor der eigentlichen Abreise. Es geht darum, andere von deinem Vorhaben zu überzeugen und sie als Unterstützer zu gewinnen.

Wenn du überlegst, welche Option finanziell attraktiver ist, spielt das potenzielle Einkommen eine große Rolle. Als Alternative kannst du dich hier über die Verdienstmöglichkeiten beim Work and Travel in Australien informieren.

Die Bedeutung des FSJ in Deutschland

Die Entscheidung für ein FSJ in Deutschland steht also auf einer soliden finanziellen Basis. Das Freiwillige Soziale Jahr ist hierzulande ein wichtiges und etabliertes Angebot für junge Menschen. Im Jahr 2023/2024 haben sich rund 46.900 junge Menschen für ein FSJ entschieden, was die anhaltende Beliebtheit dieses Weges unterstreicht.

Am Ende ist die Wahl eine ganz persönliche. Ein FSJ oder BFD in Deutschland bietet dir finanzielle Sicherheit und eine klare Struktur. Ein Dienst im Ausland fordert dich finanziell und organisatorisch mehr heraus, belohnt dich aber mit einzigartigen interkulturellen Erfahrungen. Wäge einfach ab, was dir wichtiger ist und was du dir zutraust.

Antworten auf deine dringendsten Finanzfragen zum FSJ

Dein Freiwilliges Soziales Jahr rückt näher, die Vorfreude steigt – aber ein paar finanzielle Fragen schwirren dir vielleicht noch im Kopf herum. Das ist völlig normal. Damit du mit einem sicheren Gefühl und voller Klarheit in dein Engagement starten kannst, klären wir hier die häufigsten Fragen rund um den Verdienst im Freiwilligen Sozialen Jahr. Wir bringen die wichtigsten Punkte für dich auf den Punkt.

Darf ich neben dem FSJ einen Nebenjob annehmen?

Die kurze Antwort lautet: Ja, das geht, aber nicht einfach so. Dein Freiwilligendienst gilt als Vollzeitjob, der deine volle Aufmerksamkeit fordert. Deshalb brauchst du für jeden Nebenjob die ausdrückliche Genehmigung von deinem Träger und deiner Einsatzstelle.

Der Knackpunkt ist: Deine Leistung im FSJ darf durch die zusätzliche Arbeit nicht leiden. Dein Engagement hat immer Vorrang. Viele Träger setzen daher eine Obergrenze, meist bei acht bis zehn Stunden pro Woche für den Nebenjob.

Wichtiger Hinweis zum Kindergeld: Solange du unter 25 bist, bekommen deine Eltern während des FSJ weiterhin Kindergeld. Ein Nebenjob kann diesen Anspruch aber gefährden, wenn dein Gesamteinkommen bestimmte Grenzen überschreitet. Das solltest du unbedingt vorher prüfen lassen.

Sprich also offen und ehrlich mit deinem Ansprechpartner beim Träger. Erkläre deine Situation und frag nach den genauen Bedingungen. So bist du auf der sicheren Seite. Wenn du nach praktischen Tipps suchst, wie du dein Budget aufbessern kannst, findest du in unserem Ratgeber wertvolle Informationen zum Thema „Geld sparen im Alltag“ und wie ein Nebeneinkommen hilft.

Was passiert mit meinem Taschengeld, wenn ich krank werde?

Hier kannst du absolut beruhigt sein. Falls du während deines FSJ mal krank wirst, bist du genauso abgesichert wie jeder andere Arbeitnehmer oder Azubi. Dein Taschengeld und eventuelle Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung laufen im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen lang voll weiter.

Dieser Anspruch ist gesetzlich verankert und gibt dir die Sicherheit, dich in Ruhe auszukurieren, ohne dir Geldsorgen machen zu müssen. Der Ablauf ist dabei ganz unkompliziert:

  1. Sofort krankmelden: Informiere deine Einsatzstelle und deinen Träger so schnell wie möglich, am besten direkt am ersten Tag.
  2. Attest einreichen: In der Regel brauchst du spätestens am dritten Krankheitstag eine Krankschreibung vom Arzt.

Solltest du wider Erwarten länger als sechs Wochen ausfallen, springt deine Krankenkasse ein. Du erhältst dann Krankengeld. Dein finanzieller Schutz ist also auch bei längeren Krankheitsphasen lückenlos gesichert.

Kann ich über die Höhe des Taschengeldes verhandeln?

Diese Frage kommt oft auf, die Antwort ist jedoch meistens ernüchternd: Nein, in der Regel ist das Taschengeld nicht verhandelbar. Der Verdienst im freien sozialen Jahr ist kein Gehalt im klassischen Sinn, sondern eine pauschale Anerkennung für deinen Einsatz. Die Höhe legt der Träger fest, basierend auf seinem Budget und internen Richtlinien.

Die Vergütung ist für alle Freiwilligen einer Organisation gleich, um Fairness zu garantieren. Es gibt also keinen individuellen Spielraum.

Aber es gibt einen cleveren Weg, wie du dein finanzielles Gesamtpaket vielleicht doch aufbessern kannst:

  • Frage gezielt nach Sachleistungen: Statt das Taschengeld anzusprechen, erkundige dich nach zusätzlicher Unterstützung.
  • Mögliche Extras: Vielleicht ist ein Zuschuss zum Fahrticket drin? Oder die Kosten für Arbeitskleidung werden übernommen? Manchmal gibt es auch einen höheren Essenszuschuss.

Solche Sachleistungen können Träger oft einfacher gewähren als mehr Taschengeld. Und für dich machen sie einen echten Unterschied im Geldbeutel. Ein kostenloses Monatsticket kann locker 50 Euro oder mehr wert sein.

Wird mein FSJ-Taschengeld auf BAföG angerechnet?

In den allermeisten Fällen musst du dir darüber keine Gedanken machen. Das FSJ ist ja meistens ein Orientierungsjahr vor dem Studium oder der Ausbildung. Da es also keine zeitliche Überschneidung gibt, wird auch nichts angerechnet.

Relevant könnte es nur werden, wenn du dein FSJ etwa früher abbrichst und direkt ins Studium startest. Dann könnten die letzten Zahlungen in den BAföG-Bewilligungszeitraum fallen.

Aber selbst in diesem seltenen Fall würde das Taschengeld zwar als Einkommen gewertet, doch die Freibeträge sind so hoch, dass dein FSJ-Einkommen deinen BAföG-Anspruch nicht schmälern sollte.

Zur Sicherheit gilt aber: Wenn du einen direkten Übergang planst, frag einfach mal bei deinem zuständigen BAföG-Amt nach. Die können dir eine verbindliche Auskunft für deine Situation geben und bewahren dich vor bösen Überraschungen.




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